Als VegetarierIn oder VeganerIn in China

Als Vegetarier in China unterwegs: Das kann zur Herausforderung werden. © satori - Fotolia.com

China wird zunehmend zu einem Land der Gegensätze, denn im Reich der Mitte ist einiges in Bewegung. Jahrtausende alte Traditionen müssen sich dem Trend zur rasanten Modernisierung beugen. Dies gilt für viele Aspekte des Landes, auch für das Thema Ernährung. 
Es gibt einen buddhistischen Bevölkerungsanteil, der aus religiösen Gründen vegetarisch lebt, und für viele Menschen war Fleisch einfach lange Zeit zu teuer. Mit zunehmendem Fortschritt und Einfluss der westlichen Kultur ändert sich aber auch die Art der Ernährung – der Fleischverzehr in China steigt rasant an. Gleichzeitig gibt es aber auch eine junge Generation, die den bewussten Vegetarismus für sich entdeckt hat.

 

Fleisch, Fisch und Gemüse – die chinesische Küche

So groß wie China als Land ist, so vielfältig ist auch die chinesische Küche. Je nachdem in welcher Region von China man sich aufhält, ist der Konsum von Fleisch mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Ganz besonders in Kanton gehören Fleischgerichte, auch für uns unübliche Fleischzubereitungen zur traditionellen Küche. Die Gegend um Shanghai dagegen ist ein Gebiet, in dem häufig Meeresfrüchte und Fisch auf dem Speiseplan stehen. Im Nordosten gehören Teigwaren zu den Spezialitäten der Region. Als Beilage wird immer Gemüse gereicht, dazu im Süden Chinas Reis und im Norden Weizenprodukte. Auch die beliebten Fleischersatzprodukte Tofu und Seitan haben ihren Ursprung in buddhistischen Kreisen Chinas und Japans und sind dort immer noch weit verbreitet.

 

Gute Nachricht für VeganerInnen – kaum Milchprodukte in China

VeganerInnen können sich darauf einstellen, dass sie in China weniger Probleme haben werden ein veganes Gericht zu bekommen, als in so manchem europäischen Land. Denn Milchprodukte werden in der chinesischen Küche fast überhaupt nicht verwendet, weil der Großteil der Chinesen eine genetisch bedingte Laktose-Unverträglichkeit hat. Fast immer kann man daher davon ausgehen, dass vegetarische Gerichte gleichzeitig auch vegan sind. Und vegetarische Gerichte gibt es jede Menge, obwohl in der chinesischen Küche natürlich auch viel Fleisch verwendet wird. Ein Problem stellt oft eher die Zubereitung der Gemüsegerichte dar, denn häufig werden dabei Fleischbrühen verwendet.

 

Tierschutz – in China kaum vorhanden

Ein Punkt, der ethisch orientierten VegetarierInnen und VeganerInnen bei einem Aufenthalt in China ganz sicher unangenehm auffallen wird, ist das Thema Tierschutz. Es ist allgemein bekannt, das Tiere in China auf eine Art und Weise behandelt werden, die mit westlichen Maßstäben nicht wirklich nachvollziehbar ist. Zwar spricht auch die Massentierhaltung in der westlichen Welt und der Umgang mit herrenlosen Tieren in Südeuropa nicht für ein respektvolles Verhältnis der Menschen zu den Tieren, in China jedoch gibt es keine gesetzlichen Regelungen, die die nicht-artgerechte Haltung, die Misshandlung und das Töten von Tieren verbieten.
Im Alltag wird man mit dieser Problematik vor allem auf Märkten, auf denen Tiere verkauft werden, konfrontiert.

 

Tipps für das Essen im Alltag– chinesisch für VegetarierInnen und VeganerInnen

In China kann man sich in kleinen Garküchen die Speisen frisch zubereiten lassen. VegetarierInnen und VeganerInnen finden dort eine günstige Mahlzeit für zwischendurch. Eine gute Alternative sind auch die buddhistischen Einrichtungen, die häufig vegetarisches und veganes Essen anbieten.
Ganz besonders beim Besuch im Restaurant sind chinesische Sprachkenntnisse unbedingt nötig. Der Standardsatz für VegetarierInnen lautet „Wo chi su“ (gesprochen: „Wo chur so“) – „Ich bin VegetarierIn“. Die IVU (Internationale Vegetarier Union) bietet außerdem für vegetarische und vegane Reisende in China eine Karte mit den wichtigsten Redewendungen in chinesischen Schriftzeichen zum Ausdrucken an.