Veganer/Vegetarischer Strom

Strom brauchen wir alle, aber gibt es vegetarischen/ veganen Strom?
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Ob wir bei der täglichen Ernährung Tierleid in Kauf nehmen, ist sehr viel leichter ersichtlich als bei anderen Lebensbereichen. einer dieser Bereiche, über den sich viele Vegetarier und Veganer keine Gedanken machen, ist die Stromversorgung.
Direkt und indirekt wird für die Erzeugung von Strom Tierleid und tote Tiere in Kauf genommen. Leider ist die relativ simple Lösung, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln, nur teilweise zielführend. Wir wollen für euch nun im Folgenden erläutern, wodurch Tierleid im Zusammenhang mit Strom- und Energieerzeugung entsteht.

 

Biogas

Entgegen landläufiger Meinung werden in Biogasanlagen nicht nur Pflanzen und Pflanzenabfälle verbrannt, sondern teilweise auch Tierkadaver. Zudem wird Kuhmist zu Biogas verarbeitet, was den Milchbauern, die ihre Tiere oft in engen und dunklen Ställen halten, oft mehr Gewinn einbringt als der Verkauf ihrer Milch. somit handelt es sich bei Biogas aus Kuhmist eben nicht nur um ein Nebenprodukt der Milcherzeugung, sondern dient vielen Bauern mittlerweile als Haupteinnahmequelle.

 

Wasserkraftanlagen

Wasserkraftanlagen können zur tödlichen Falle für Fische werden. Lachse, Forellen, Aale und andere Fischarten werden von den Anlagen regelrecht zerhäckselt, wenn sie diese Hürde in Flüssen überwinden wollen. Bislang gibt es leider erst recht wenige Fischtreppen neben Wasserkraftanlagen, die vielen Fischen das Leben retten könnten.


 

Windkraftanlagen

Fledermäuse und Vögel, hier besonders Greifvögel wie der Rotmilan, verunglücken häufig in Windrädern und verletzen sich oder kommen dadurch zu Tode. Es gibt jedoch bereits Untersuchungen zu den Kollisionsraten von Vögeln mit Windrädern und Bestrebungen seitens des Bundesumweltministeriums, durch Umbau der Windkraftanlagen die Todesfälle von Vögeln in diesem Zusammenhang zu senken.

 

Solarenergie

Solarenergie ist eines der wenigen Energiequellen, die keinen bzw. geringen Einfluss auf das Leben von Tieren haben. Somit sollte man bei einem anvisierten Stromanbieterwechsel eher einen Anbieter mit einem hohen Anteil an Solarstrom wählen.

 

Erdgas/Erdöl

Erdgas und Erdöl zählen zu den fossilen Brennelementen, die aus  abgestorbenen Tieren und Pflanzenresten entstanden. Somit ist Erdgas/Erdöl nicht wirklich vegan/vegetarisch, zumeist dürfte es sich zumindest um eines natürlichen Todes gestorbene Tiere handeln.

 

Braunkohle

Für den Abbau von Braunkohle werden großflächig Wälder, Auen und Wiesen rücksichtslos “ausgeschlachtet” und der vorher vorhandene Lebensraum von Tieren vernichtet. Braunkohle wird nach dem Atomausstieg wohl wieder vermehrt für die Erzeugung von Strom eingesetzt werden, jedoch kann ja die Atomenergie mit ihren zahlreichen potenziellen Bedrohungen keine ernsthafte Alternative darstellen.

 

Atomenergie

Die Langzeitwirkungen von Atomenergie auf Mensch, Umwelt und Tier sind noch lange nicht geklärt. Es gibt noch kein Endlager in Deutschland und niemand weiß, welche radioaktive Substanzen in die Umwelt gelangen. Es gibt erhöhte Krebsraten im Umfeld von Atomkraftwerken, diese massiven gesundheitlichen Auswirkungen werden an Tieren auch nicht spurlos vorbeigehen. Von einem jederzeit möglichen GAU ganz zu schweigen…

 

Was ist denn nun die vegetarische/vegane Alternative?

Die Forderung einiger, völlig auf Strom zu verzichten, kann ja nur als utopisch und unrealistisch angesehen werden. Jedoch sollte man als Vegetarier/Veganer einen Ökostromanbieter wählen, der in den aufbau von Solarstromanlagen investiert, da dies die derzeit tierfreundlichste Methode zur Stromerzeugung ist. Somit kann der anteil der Solarenergie an der Stromgesamtmenge gesteigert werden und die Stromerzeugungsarten, die mit Tierleid verbunden sind, zurückgedrängt werden.