Tierische Fallen und wo sie lauern

Viele Weine sind für Vegetarier ungeeignet.
© Julián Rovagnati - Fotolia.com

Dass man beim Verzehr von Obst und Gemüse kein Risiko, ungewollt Fleisch zu sich zu nehmen, eingeht, dürfte als sicher gelten.

Was ist jedoch mit industriell erzeugten Produkten wie Süssigkeiten, Getränken oder Milchprodukten?Was auf den ersten Blick vegetarisch oder gar vegan erscheint, wurde unter Umständen mit Fleischbestandteilen produziert, und in vielen Fällen muss dies leider nicht auf der Packung deklariert werden.

 

Hier eine Zusammenstellung der häufigsten tierischen Fallen:

 

 Käse

Die meisten Käsesorten, insbesondere fast alle Hartkäsesorten wie z.B. Tilsiteroder Emmentaler, beinhalten den sogenannten Kälberlab, der aus den Mägen geschlachteter Kälber gewonnen wird. Dies betrifft leider auch die meisten Biokäsesorten. Hierzu geben jedoch die meisten Bioläden gerne Auskunft. Die meisten Weichkäsesorten wie Feta, Mozzarella oder Frischkäse enthalten hingegen kein Kälberlab.

 

Gummibärchen

Dass die meisten Gummibärchen tierische Gelatine enthalten, dürfte mittlerweile bekannt sein.
Es gibt jedoch immer mehr Hersteller, die den Trend der Zeit erkannt haben und Fruchtgummiprodukte ganz ohne oder mit pflanzlicher Gelatine anbieten.

 

Margarine

Fettreduzierte Margarine enthält oft Gelatine, um das durch die Fettreduzierung entstandene Geschmacksdefizit auszugleichen.



 

Pudding

Die meisten industriellen Fertigpuddings enthalten Gelatine.

 

Brot

Brezen, Laugenstangen und Croissants werden oft mit Schweinefett eingerieben, damit sie glänzen, bei einigen Broten und Backwaren wird statt pflanzlicher Margarine Schlachtfett verwendet.

 

Joghurt

Viele Joghurts enthalten ebenfalls Gelatine. Zudem werden einige rote oder rosa-rote Fruchtjoghurts mit “Karmin” gefärbt. Hierbei handelt es sich um, so eklig es klingt, zerriebene rote Läuse.

 

Medikamente

Viele Pillen sind von einer Schicht aus Gelatine umgeben. Hier kann man die Pille jedoch öffnen und den Wirkstoff mit etwas Wasser einnehmen.

 

Essig

Einige Essigsorten enthalten Chitin, das aus zermahlenen Schalen von Krustentieren hergestellt wird. Chitin ist auch in einigen alkoholischen Getränken enthalten.

 

Säfte

Sehr viele Fruchtsäfte (so gut wie alle klaren Apfelsäfte) werden über Gelatine oder sogar Fischblasen geklärt. Leider verwenden bislang nur wenige Getränkefirmen das Ultrafiltrationsverfahren ohne Gelatine.

 

Softdrinks

Die Produkte Fanta Orange, Fanta Orange light, Fanta Mandarine und Kinley Bitter Lemon des Coca -Cola-Konzerns enthalten Spuren von Fischgelatine (Diese wird laut Auskunft von Coca-Cola als Trägerstoff von Beta-Carotin verwendet).

 

Wein

Die Problematik nichtvegetarischen Weines kennen selbst viele langjährige Veganer nicht.
Da Wein normalerweise geklärt und gefiltert werden muss, benötigt man ein geeignetes Filtermedium. Und das war jahrhundertelang und heute grösstenteils auch noch Gelatine oder Fischblase. In Spanien wird teilweise heute noch insbesondere Rotwein mit Stierblut gefiltert. Jedoch führen auch schon viele Biomärkte und Internetshops für Vegetarier vegetarische bzw. vegane Weine.

 

Zucker

Zum Entfärben von Zucker wird hauptsächlich bei in den USA produziertem Zucker Tierkohle aus Schweinen oder Rindern verwendet. Viele deutsche Zuckerfirmen, wie z.B. Südzucker, setzen keine Tierkohle im Produktionsprozess ein. aufpassen sollte man jedoch bei importierten Dosen- und Fertigprodukten. In diesen könnte durch Tierkohle entfärbter Zucker enthalten sein.

 

Ist in manchen Schokoladensorten wirklich Blut enthalten?

Nein. Dieser Mythos flammte in den 90er Jahren nochmal auf, als ein Düsseldorfer eine bluthaltige Schokoladenmasse zum Patent anmelden wollte. Das Patent wurde nicht genehmigt.
In Deutschland werden auch keine tierische Lecithine beigesetzt, sondern ausschliesslich solche auf rein pflanzlicher Basis, meistens sind dies Sojalecithine.