Argumente für eine vegetarische Ernährung

Wer behauptet, hier fehle Fleisch, der hat noch nie einen guten Veggieburger probiert. © ExQuisine - Fotolia.com

Vegetarier sind tagtäglichen Schwierigkeiten ausgesetzt. Und damit sind nicht die ganzen fleischlichen Verlockungen gemeint, die von Bratwurstbude, Burgerimbiss und Brathähnchenbude auf sie einstürzen.
Durch den Wellness- und Biotrend sind auch immer mehr vegetarische oder sogar vegane Restaurants entstanden, so dass Vegetarier nicht mehr das Tofuaufstrichbrötchen als Notration mit sich herumtragen müssen. Die Anforderungen, denen Vegetarier täglich ausgesetzt sind, sind eher rhetorischer Natur. Jeden Tag hören sie erneut die Frage: Warum bist du Vegetarier oder Veganer? Wieso isst du kein Fleisch? Bekommt man da nicht Mangelerscheinungen wie Eisenmangel?

 

Die meisten Argumente der Fleischesser lassen sich leicht entkräften

Wenn der Vegetarier nun seine echten Argumente vorbringt, die ihn vor kurzem oder auch schon vor längerer Zeit zu dem Entschluss geführt haben, fortan kein Fleisch mehr zu essen, wie beispielsweise ethische Bedenken hinsichtlich des Verspeisens von Tieren und das dadurch an den Tieren verursachte Leid, dann erntet er oft Gegenargumenten, denen er nicht fundiert genug widersprechen kann. So führen viele Fleischesser im Gespräch mit Vegetariern immer wieder das Argument an, dass es “normal” sei, Fleisch zu essen und dass Tiere sich auch gegenseitig auffrässen und das der Mensch von Natur aus ein Fleischesser sei. Das stimmt so nicht, denn im Gegensatz zu Hunden oder Wölfen hat der Mensch weder Reisszähne noch scharfe Krallen. Der längere Verdauungstrakt des Menschen eignet sich ideal zur Verdauung von Getreide oder Hülsenfrüchten, wohingegen der Magensaft des Menschen eigentlich viel zu schwach ist, um Fleisch effektiv zu zersetzen. Durch den vermehrten Eiweissgenuss setzt sich Schlack an Arterien und anderen stellen des Körpers an, was zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Damit ist das nächste entscheidende Argument, das den Vegetarier punkten lässt, angesprochen: Vegetarier leben länger und gesünder!



 

Fleischessen gilt als “normal” – das macht man eben so!

Die “Normalität” des Fleischkonsums wird auch oft damit begründet, dass die Menschen schon immer Fleisch gegessen haben. Das stimmt, aber zu einen ist der Konsum von Fleisch heute wegen der großen Vielfalt an nährstoffreichen Lebensmitteln nicht mehr nötig, wie es in Zeiten der Mangelernährung der Fall war, und zu anderen ist das Essen von Fleisch weniger eine natürliche Verhaltensweise des Menschen , als ein durch Gewohnheit zur Selbstverständlichkeit gewordener Konsum. Doch selbst gesellschaftlich tief verankerte Gewohnheiten und Normen können sich ändern, wie man vor allem an extremen Beispielen wie der Abschaffung der Sklaverei oder dem Rückgang des einst absolut herrschenden Christentums am besten sehen kann. Mit welchem Argument also soll der Fleischkonsum nicht auch eines Tages als absurd und falsch gelten?
Oft neigen Fleischesser auch zu “witzigen Argumenten” a la: Du kannst Tier ja gar nicht so wirklich mögen, denn du isst ihnen ja das Futter weg!
Wenn keine Schlachttiere gezüchtet werden, würden, dann wäre das Ernährungsproblem auf der Erde gelöst. Denn die Erzeugung eines Kilos Rindfleisch kostet etwa acht Kilo Getreide. Viele ehemalige, sehr fruchtbare Tierfutteranbauflächen könnten nun zur Erzeugung von gesunder und vor allem ausreichender Nahrung genutzt werden, was vor allem den Menschen in Afrika und Asien zu gute kommen würde. Vegetarier verhalten sich also politisch korrekter. Doch nun kommt das Hammerargument: Fleisch schmeckt mir einfach zu gut!
Dies können sie damit entkräften, dass Sie ihrem fleischessenden Freund oder ihrer fleischessenden Freundin die fantastischen Fleischersatzprodukte auf Weizen- oder Sojabasis präsentieren, von denen es mittlerweile sogar in Supermärkten eine grosse Auswahl gibt.
Abschliessender Tipp: Besorgen Sie sich genügend Sachinformationen über das dasein als Vegetarier und die vegetarische Lebensweise, nur so können Sie im Gespräch punkten und vielleicht sogar den einen oder anderen zum Umdenken anregen!

 

 Die Top 5 der besten Antworten auf die Frage: Warum isst Du kein Fleisch?:

 

  • Fleisch zu essen, ist grausam. Tiere, die auf engstem Raum mit anderen Tieren gehalten, gewaltsam hochgemästet und nach wenigen Wochen im Akkord getötet werden, leiden. Auch Tiere, die artgerecht gehalten werden, leiden. Sie werden genauso getötet. Ich bin nicht grausam und lehne auch Grausamkeit ab, die von anderen verübt wird. Dann kann ich kein Fleisch essen, das wäre inkonsequent. Und Inkonsequenz ist doch peinlich!
  • Das Leiden der Tiere für den Fleischkonsum steht in keinem Verhältnis zum Nutzen des kurzen Geschmackserlebnisses. Hohe Kosten, niedriger Nutzen – klarer Fall von irrationalem Verhalten. Dafür bin ich zu intelligent. Du nicht? Schade.
  • Ich kann nicht gleichzeitig meine Katze kraulen und ein Huhn essen. Sorry, aber es gibt keinen rationalen Grund, Tiere unterschiedlich zu behandeln, nur weil wir uns das so angewöhnt haben. Obwohl dein Hund ganz lecker aussieht…da könnt ich fast schwach werden!
  • Leichen essen ist eklig. Ich habe selbst einen Körper, der zu einem guten Stück aus Fleisch besteht. Das soll bitte auch niemand essen. Nein, auch du nicht! Iss Kartoffelpuffer!
  • Fleisch ist ein ineffizientes Nahrungsmittel. 90% des angebauten Getreides wird an Tiere verfüttert, die geschlachtet werden. Man könnte es auch gleich selbst essen (lecker Nudeln), dann wäre mehr für alle da. Ich hab grad ein Praktikum bei McKinsey gemacht und das ist mir alles zu unökonomisch mit dem Fleischessen.