Als Vegetarier/Veganer zur Bundeswehr-geht das?

Heutzutage ist es zumindest für Vegetarier kein Problem mehr, sich zum Wehrdienst zu melden. Die Verpflegung der Soldaten wird entweder in den Kasernen selbst durch Kantinen oder Truppenküchen übernommen. Dabei wird meist ein Büffet angeboten, das neben fleischhaltigen Mahlzeiten auch vegetarische Alternativen oder Salate enthält.

Bei Außeneinsätzen, wenn keine örtliche Küche zur Verfügung steht, wird die Verpflegung der Truppen durch so genannte Einmannpackungen, kurz EPas, gewährleistet. Dabei können Vegetarier oder Muslime inzwischen auch vegetarische Alternativen auswählen, die entweder kalt oder mit der Kochausrüstung aufgewärmt genossen werden können. Um das jeweilige Ernährungsprogramm der einzelnen Kasernen zu erfahren, können sich die Bewerber auch mit ihren Fragen an die Bundeswehr und die Ansprechpartner vor Ort richten.

 

Vegan in der Bundeswehr?

Schwierig wird es allerdings für Personen, die sich für einen veganen Lebensstil entschieden haben. Allein von der Ernährung her ist es generell nicht möglich, auch vollständig auf tierische Produkte wie Milchprodukte oder Eier zu verzichten. Darüber hinaus entscheiden sich viele Veganer dazu, nicht nur in Bezug auf Ernährung, sondern auch bei Kleidung, Körperpflege und anderen Produkten des täglichen Lebens auf alles zu verzichten, was tierische Inhaltsstoffe enthält oder an Tieren getestet wurde. Diese Prinzipien sind bei der bereitgestellten Bundeswehrkleidung, zum Beispiel mit Lederstiefeln und anderen Dingen nicht zu hundert Prozent in die Tat umzusetzen. Ein Veganer müsste sich demnach während seines Aufenthalts bei der Bundeswehr auf Kompromisse einlassen und sich entsprechend umstellen. Wer dies nicht mit seinen persönlichen Werten vereinbaren kann, sollte sich über alternative Wege informieren.
Ein weiterer Punkt könnte darin gesehen werden, dass viele Vegetarier und Veganer sich aus moralischen Gründen für den Fleischverzicht entscheiden und jede Form von physischer Auseinandersetzung oder Gewalt ablehnen. Dies könnte zu Konflikten führen, da üblicherweise der Dienst und die Ausbildung an der Waffe und eine Nahkampfausbildung zum Programm der Bundeswehr gehören. In realen Einsätzen kann es durchaus zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen, die mit einem veganen Lebensstil nicht zu vereinbaren sind.

Demzufolge sollten Veganer sich vorab Gedanken über ihre persönlichen Werte und Einstellungen machen und überprüfen, ob die zu erwartenden Kompromisse und Einschränkungen für sie akzeptabel wären. Vegetarier haben, was die Ernährung betrifft, weniger Konflikte zu befürchten. Wer sich noch unsicher ist, sollte nicht zögern, sich vorab beraten zu lassen und sich über alle relevanten Faktoren vor Ort zu informieren.